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2 Der Randspalt
Klinische Fakten zu CEREC

2.1  CEREC Präzision

2.1.1  Kamera/Schleifeinheit
Die Systemgenauigkeit wird vom Auflösungsvermögen der CEREC Kamera (25 µm) und von der Reproduzierbarkeit der Schleifeinheit bestimmt (±30µm). Ohne die behandlerinduzierten Einflüsse wie Präparation, Mattierung und Aufnahmetechnik zu berücksichtigen, liegt die Systemgenauigkeit von CEREC 3D bei ±55µm.

2.1.2  Randgenauigkeit von Restaurationen
Die Randgenauigkeit von ausgeschliffenen CEREC Restaurationen hat sich von CEREC 1 über CEREC 2 bis hin zur aktuellen Version der CEREC 3D-Software kontinuierlich verbessert. Ein wesentlicher Schritt auf der Hardwareseite war die Einführung eines Stufenschleifers, der an der Spitze einen Durchmesser von nur 1 mm hat.
In dieser Multicenterstudie (7 Universitäten) wurde die Rand- und Innenpassung von CEREC Vollkronen gemessen und mit laborgefertigten Presskeramikkronen verglichen. CEREC trainierte Zahnärzte und eine Gruppe von nicht speziell trainierten Zahnarzthelferinnen haben auf Standardmodellen jeweils 10 Molarenkronen konstruiert und ausgeschliffen. Die Kronen aus VITA Mark II bzw. Ivoclar ProCad wurden mit Variolink eingesetzt. Ebenso die Empress-Kronen eines anerkannten Dentallabors.

Die Randgenauigkeit zeigte keine Unterschiede zwischen Zahnarztkronen (61,6 ±27,9 µm) und Helferinnenkronen (60,8 ±20,5 µm). Die Ränder der laborgefertigten Kronen waren etwas weiter (69,1 ±26,9 µm), was allerdings statistisch nicht signifikant ist. Bei den Werten für die axiale Wandadaptation schnitten die CEREC Kronen deutlich besser ab, bei der okklusalen Wandadaptation die Laborkronen.

Fazit:
Die Randgenauigkeit von CEREC Kronen ist eher besser als die von laborgefertigten Keramikkronen.


Mean values in microns ± standard deviation. Groups that are significantly different are indicated by letters P < 0.05).

Quelle: Fasbinder D J, Multi-Center Trial: Margin Fit and Internal Adaptation of CEREC Crowns. In Mörmann WH (ed.) State of the Art of CAD/CAM Restorations, 20 Years of CEREC, Berlin: Quintessence, 2006: Poster

 
2.2  Fügebereich

Entscheidend für den klinischen Erfolg jeder Vollkeramikrestauration ist das Verhalten der Einsetzmaterialien und der verwendeten Technik.

2.2.1  Materialien
Im Gegensatz zu metallgestützten Restaurationen, deren Befestigung wesentlich auf der Makroretention beruht, wird ätzbare Vollkeramik (Silikat-/Disilikatkeramik) mit Hilfe der Adhäsivtechnik – also der Mikroretention – fest mit der Zahnsubstanz verbunden.
Das Befestigen von CEREC Restaurationen (VITA Mark II, Ivoclar Empress CAD) unterscheidet sich nicht von laborgefertigten Inlays, Onlays, Veneers aus vergleichbaren Materialen und ist seit der Einführung von Dentinadhäsiven im Jahr 1991 im Grundsatz unverändert und bewährt.
Die Oberflächenvorbereitung von Schmelz, Dentin und Keramik erfolgt immer in den Schritten KONDITIONIEREN (z. B. Anätzen) mit dem Ziel, eine saubere und mikroraue Oberfläche zu erzeugen. Darauf folgt die Anwendung von PRIMER, dessen Aufgabe es ist, die saubere Oberfläche benetzbar für das hydrophobe Bondingmaterial zu machen. Der dritte logische Schritt ist das BONDING, also der Auftrag eines ungefüllten Bonding Resins.
Das auf die Zahnsubstanz und auf die Keramikoberfläche aufgetragene Bonding ist die Verbindungsschicht zwischen Zahnoberfläche, Einsetzkomposit und Keramik.
Die älteren Adhäsivsysteme arbeiten mit je einem Material für jeden funktionellen Schritt, neuere Systeme versuchen die Anzahl der Fläschchen zu reduzieren.
Die hochfesten Oxidkeramiken wie inCeram, Aluminiumoxid, Zirkonoxid lassen sich nicht anätzen und können konventionell zementiert werden. Hier kommen inzwischen auch selbstadhäsive Einsetzmaterialien zum Einsatz.

Fazit:
Das adhäsive Einsetzen von Silikatkeramiken ist seit Jahren erprobt. Die verwendeten Materialien müssen aufeinander abgestimmt sein.

 

Principles of adhesion illustrated on different substrates

Zementierungskomposite können nach ihrem Aktivierungsverfahren in chemisch härtende, lichthärtende und dualhärtende Materialien unterschieden werden.
In dieser 10-Jahresstudie wurden CEREC 2 Inlays verglichen, die entweder mit chemisch härtenden oder mit dualhärtenden Kompositen eingesetzt wurden.
Die Erfolgsrate nach 10 Jahren betrug 77 % bei den Inlays mit dualhärtendem Komposit und 100 % bei den Inlays mit chemisch härtendem Komposit.

Fazit:
Dualhärtende Komposite sollten nur in Situationen verwendet werden, wo chemisch oder lichthärtende Komposite ungeeignet sind.

Quellen: Krejci I, Bonding of Ceramic Restorations – State of the Art. In Mörmann WH (ed.) State of the Art of CAD/CAM Restorations, 20 Years of CEREC, Berlin: Quintessence, 2006: 39–45
Sjögren G, Molin M, A 10–year prospective evaluation of CAD/CAM – manufactured (CEREC) ceramic inlays cemented with a chemically cured or dual-cured resin composite. Int J Prosthodont; 17: 241–246

 
2.2.2  Randdichtigkeit
In der Anfangszeit von CEREC lagen naturgemäß keine Langzeituntersuchungen vor und es war daher erforderlich herauszufinden, ob die Fügebereichsbreite, also die Dicke der Zementierungsschicht, einen Einfluss auf die Randdichtigkeit hat.
Es zeigte sich in allen Untersuchungen, dass es vorteilhaft ist, wenn der Restaurationsrand im Schmelz liegt. Diese In-vitro-Untersuchung ergab auch, dass die Dicke der Zementierungsschicht bei Farbpenetrationstests keinen Einfluss auf die Randdichtigkeit hat.
Die später beschriebenen Langzeitstudien von CEREC 1 und CEREC 2 Restaurationen bestätigen diese Ergebnisse.

Fazit:
Die Dicke der Zementierungsfuge hat keinen Einfluss auf die Randdichtigkeit.

Bei tiefen Kavitäten stellt sich die Frage, ob eine Unterfüllung vorteilhaft für den Pulpenschutz sein könnte.
Einer Untersuchung von N. Krämer/Erlangen zufolge verdoppelt sich die Anzahl initialer Hypersensibilitäten, wenn zusätzlich zum Dentinadhäsiv eine Unterfüllung gelegt wird. Die Verlustrate von keramischen Inlays (hier Empress) verdreifacht sich sogar, wenn mit Unterfüllung gearbeitet wurde.

Fazit:
Unterfüllungen unter Keramikinlays/Onlys sind kontraindiziert.

 
2.2.3  Fugenabnutzung
Die Abnutzung des Komposits in kaubelasteten Bereichen der Klebefuge wurde bei Empress-Inlays gemessen, die entweder mit Variolink low (niedrigviskös) oder mit Tetric (hochviskös) eingesetzt wurden. Die anfängliche durchschnittliche Fugenbreite von 176 µm vergrößerte sich im Mittel auf 207 µm nach 8 Jahren.
Im Abnutzungsverhalten konnte kein statistisch signifikanter Unterschied festgestellt werden.

Fazit:
Zum Einsetzen von CEREC Inlays/Onlays eignen sich low und high viscosity Komposits gleichermaßen.

Quellen: Magne P, An in Vitro Evaluation of the Marginal and Internal Seals of CEREC Overlays. In Mörmann WH (ed.) International Symposium on Computer Restorations, Berlin: Quintessence, 1991: 425–440 Schmelz/Dentinhaftung
Krämer N, Frankenberger R, IPS Empress inlay and onlays after 4 years – a clinical study. Journal of Dentistry; 27: 325–331Krämer N, Frankenberger R, Leucite-reinforced glass ceramic inlays after six years: wear of luting composites. Oper-Dent. 2000; 25: 466–472



Zuletzt aktualisiert am 09. Januar 2008